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Mitglieder der FWG besuchen die Asylbewerberunterkunft Haardt

09.04.2015

In den kommenden Monaten und Jahren ist ein starker Zustrom an Asylbewerbern in Städten und Kommunen- so auch in Neustadt- zu erwarten. Gerechnet wird mit der Ankunft von ca. 300 Flüchtlingen im Laufe dieses Jahres, und etwa je ebenso vielen Personen in den folgenden zwei Jahren. So muss unser erster Gedanke einer zügigen und guten Unterbringung dieser zum Teil schwer traumatisierten Menschen gelten.

In der ehemaligen orthopädischen Fachklinik Haardt, die von der Stadt Neustadt aufgekauft wurde, sind derzeit ca. 60 männliche Flüchtlinge untergebracht.

Die Asylbewerberunterkunft Haardt ist in jeder Beziehung ein  vorbildliches Pilotprojekt im Raum Neustadt und Umgebung. Dank großem ehrenamtlichem nachbarschaftlichem Engagement der Haardter Bürger und  dank sehr guter empathischen Betreuung der Flüchtlinge durch die Pächterfamilie Ilgal und Herrn Catarata sind die meist jungen Männer aufs Beste versorgt und aufgenommen.

In einer Gesprächsrunde mit Bürgermeister Rötlingshöfer, der Fachbereichsleiterin Soziales Frau Walz, dem Leiter der Einrichtung, Herrn Catarata, Fam. Ilgal und FWG-Politikern wurde über zukünftige Entwicklungen - Probleme aber auch Chancen - des Asylbewerberzustroms gesprochen.

Ein Hauptproblem, so Herr Rötlingshöfer, stellt die Tatsache dar, dass auch jetzt, kurz vor Eintreffen der ersten Flüchtlinge wenig Information über diese vorliegt, lediglich Name und Geburtsdatum sind bekannt, so dass man auch kurzfristig auf unvorhergesehene Situationen wie zum Beispiel körperliche Behinderungen, oder schwere seelische Traumata wird reagieren müssen.

Bei der Wohnraumsuche soll wenn immer möglich auf bereits bestehende Objekte zurückgegriffen werden, leider sind aber, so Herr Rötlingshöfer, wenige geeignete Häuser oder Wohnungen verfügbar, deren Umbau in kurzer Zeit zu realisieren ist. Herr Catoir weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass durch Aufkauf älterer Wohnobjekte diese einer sinnvollen Nutzung zugeführt werden können, wie ja gut am Beispiel Asylbewerber Unterkunft Haardt zu sehen sei. Hier werden zukünftig weitere Flüchtlinge unterkommen können, geplant ist die Unterbringung mehrerer Familien in dafür umgebauten Wohneinheiten.

Insgesamt wird es allerdings nicht möglich sein, auf die Errichtung von Wohnmodulen, z.B. im Naulock, zu verzichten.

Einen wichtigen Diskussionspunkt stellte auch die personelle Betreuung der ankommenden Flüchtlinge dar. Frau Walz erläutert, dass eine personelle Aufstockung in Ihrem Fachbereich geplant ist, dass aber auf den Einsatz von ehrenamtlichen Mitarbeitern keinesfalls verzichtet werden kann. Wichtig in diesem Zusammenhang ist eine gute Vernetzung aller ehrenamtlichen Organisationen, da nur durch das gemeinsame Ziehen am selben Strang  für die Asylsuchenden das bestmögliche Ergebnis zu erreichen sei. Dazu sei auch eine Schulung und Betreuung der ehrenamtlichen Mitglieder erforderlich und geplant.

Zentrales Thema war auch in dieser Diskussionsrunde das möglichst zügige Erlernen der deutschen Sprache durch die Asylbewerber. Erst wenn Kommunikationsfähigkeit besteht, ist es auch möglich auf Bedürfnisse der Flüchtlinge einzugehen, psychotherapeutische Behandlung schwer traumatisierter Menschen durchzuführen, aber auch bei uns bestehende Regeln und Verhaltensvorschriften zu erklären und durchzusetzen. Nur so können Konfliktsituationen zwischen Asyl suchenden und Einwohnern vermieden werden.

Herr Rötlingshöfer erläutert die vorgesehene Regelung über den Zugang zum Arbeitsmarkt für Asylbewerber: uneingeschränkten Zugang können Asylbewerber nach 15 Monaten erhalten, ebenso abgelehnte Asylsuchende mit Duldung, und Asylbewerber aus Syrien nach drei Monaten.

Es wird erwartet, dass auf dem Arbeitsmarkt nur für Personen mit Deutschkenntnissen Arbeitsmöglichkeiten gefunden werden können.

Die angeregte Diskussion zeigte deutlich auf, dass einige Fragen zur Zeit noch nicht abschließend geklärt werden können und, so Herr Rötlingshöfer und Frau Walz, sich Stadtverwaltung und zuständige Ämter ebenso wie engagierte Bürger in einem ständigen Lern- und Anpassungsprozess befinden.

Dr. Ulrike Werland

 

 

 

 

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