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Bekämpfung der Kirschessigfliege - Antrag überflüssig, alles Jamaika ?

22.12.2014

Zur Bekämpfung der Kirschessigfliege in den Weinbergsgemarkungen der Stadt und

den Ortsteilen sollten in den 125 Mio. großen Gesamthaushalt nach dem Willen der FWG Mittel in Höhe von 30 000.- € eingestellt werden. Stellv. FWG-Fraktionsvorsitzender Werner Kerth, selbst Winzer, schreibt dazu:

Als Folge des Klimawandels ist die „Drosophila suzukii“ eine Taufliege aus südlichen Weinbaugebieten in kurzer Zeit auch in unseren Breitengraden heimisch geworden. Ihr Lebensraum und Nahrungspotential liegt vorzugsweise in rot gefärbten Obstarten. Mit Beginn der Traubenreife ist ein Befall an Brombeerhecken zu beobachten, nachfolgend dann ein Wechsel auf die Reben.

Die Essigfliege hat im letzten Herbst teilweise erhebliche Schäden verursacht. Sie  befällt während der Reifezeit bevorzugt Rotweinsorten und vernichtet im Extremfall die gesamte Ernte eines Weinbergs. Ab einem bestimmten Befallsgrad ist das Lesegut aufgrund entstehender biologischer Fehlentwicklungen im Sinne des Weingesetzes nicht mehr verkehrsfähig. Der wirtschaftliche Schaden kann existenzielle Ausmaße annehmen. Allein in der Gemarkung Mußbach, wo etwa ein Drittel der Rebflächen mit Rotweinsorten bepflanzt sind, wird ein direkter Schaden von 50 000.- € angenommen. Der zurückliegende Witterungsverlauf lässt wenig Optimismus auf eine natürliche Regulierung der Schädlingspopulation während der Wintermonate zu.

Es gibt einen realistischen Handlungsbedarf zur Eindämmung des vielerorts überbordenden Heckenbestands. Das Problem wurde im zuständigen Fachausschuss thematisiert und fraktionsübergreifend als wichtiger Schritt befürwortet. In der Praxis ging es um einen teilweisen Rückschnitt an Wegerändern und Grünflächen in städtischem Besitz, dort wo ein entsprechender Schadenszusammenhang erkennbar ist.

Aufgrund naturschutzrechtlicher Vorgaben besteht ein zulässiges Zeitfenster für derartige Maßnahmen bis Ende Februar, ansonsten nur noch nach umständlichem Genehmigungsprozedere der Aufsichtsbehörde mit unsicherem Ausgang.

Die Verhinderungsargumente die  Koalition waren teilweise absurd und enttäuschend für eine Stadt mit einer der größten Weinbergsgemarkungen Deutschlands. Aus der Luft gegriffene Forschungsaufträge zur wissenschaftlichen Bewertung, angeblich erteilt durch die Landwirtschaftskammer, einer Behörde, die weder dazu befugt noch zuständig ist, bezeugen „grünen Sachverstand“. Auch die Aussage „dann soll man eben früher herbsten“, belegt, wie gefärbt Parteibrillen sein können.

Zu guter Letzt, tauchen aus dem Nichts noch plötzlich verfügbare Mittel aus dem früheren Haushalt auf. Trotz der wundersamen Geldvermehrung wurde den Bitten der örtlichen Winzerschaft um dringende Pflege- und  Rückschnittarbeiten schon vor Monaten stets leere Kassen entgegen gehalten. Das Problem ist zu ernsthaft, als dass es für politische Muskelspiele und Verniedlichungen taugt.

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